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Mehr Praxis statt Mandalas: KSR Hersfeld-Rotenburg fordert bessere Unterstützung für psychische Gesundheit und moderne Lösungen gegen Unterrichtsausfall

Der Kreisschülerrat Hersfeld-Rotenburg tagte zu seiner 5. Vollversammlung im Jahr 2026 im Kreissitzungssaal des Landratsamtes. Im Mittelpunkt standen dabei zwei zentrale Herausforderungen an den Schulen im Landkreis: die zunehmende Belastung der mentalen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern sowie der Umgang mit Unterrichtsausfall.


Als Gäste durfte der Kreisschülerrat Thorsten Warnecke, Lisa Simla, Schulsozialarbeiterin an der Modellschule Obersberg, sowie Ludwig Thiede, Geschäftsführer der gGmbH Life Teach Us, begrüßen.


Forderungspapier zur mentalen Gesundheit beschlossen


Zum Thema mentale Gesundheit verabschiedete der Kreisschülerrat ein eigenes Forderungspapier, das in den kommenden Wochen an politische Entscheidungsträger auf Kreis- und Landesebene herangetragen werden soll. Hierzu tauschte sich der Kreisschülerrat intensiv mit Lisa Simla aus.


Das Papier fordert unter anderem:

  • einen deutlichen Ausbau der Schulpsychologie,

  • flächendeckende Schulsozialarbeit,

  • mehr Präventionsangebote im Schulalltag,

  • niedrigschwellige und digitale Hilfsangebote für Schülerinnen und Schüler,

  • sowie eine bessere Finanzierung mentaler Gesundheitsangebote.


Zudem kritisiert der Kreisschülerrat, dass zentrale Punkte des Koalitionsvertrages bislang nicht ausreichend umgesetzt wurden.


„Psychische Belastungen an Schulen nehmen seit Jahren sichtbar zu. Gleichzeitig erleben wir, dass die Landesregierung zwar viele Ankündigungen macht, aber konkrete Verbesserungen ausbleiben. Wer es mit Bildung ernst meint, darf mentale Gesundheit nicht länger als Randthema behandeln. Wir brauchen mehr Schulpsychologen, stärkere Schulsozialarbeit und endlich echte Unterstützung für die Kommunen statt immer neuer Belastungen“, erklärt Elias Philipp Herzog, Kreisschulsprecher.

Die stellvertretende Kreisschulsprecherin Viktoria Fischer ergänzt: „Schule muss ein Ort sein, an dem Schülerinnen und Schüler, wenn sie Hilfe benötigen, schnell und unkompliziert Unterstützung finden können. Fehlende Angebote und die Angst vor Stigmatisierung dürfen nicht dazu führen, dass junge Menschen mit ihren Problemen allein gelassen werden. Wer gute Bildungspolitik ernst meint, muss auch die mentale Gesundheit von Schülern ernst nehmen.“

Das Forderungspapier soll in naher Zukunft öffentlich vorgestellt werden.


KSR fordert neue Wege bei Unterrichtsausfall


Ein weiterer Schwerpunkt der Vollversammlung war die bessere Nutzung von Ausfallstunden. Dazu tauschte sich der Kreisschülerrat mit Ludwig Thiede und der Initiative Life Teach Us aus.


Die Initiative vermittelt Ehrenamtliche in Schulen, die während Ausfallstunden Einblicke in ihre Berufe, Erfahrungen oder Hobbys geben und dadurch praxisnahe Bildung ermöglichen.


„Unterrichtsausfall darf nicht länger bedeuten, dass Schüler nur beschäftigt werden. Schule muss junge Menschen auf das echte Leben vorbereiten. Genau deshalb unterstützen wir Projekte wie Life Teach Us, die Erfahrungen aus Handwerk, Wirtschaft, Ehrenamt, Sport oder Unternehmertum direkt ins Klassenzimmer bringen“, erklärt Herzog.

Weiter führt der Kreisschulsprecher aus: „Wenn ein Dachdecker, eine Gründerin, ein Bergsteiger oder ein Investmentbanker Schülerinnen und Schülern aus ihrem Alltag berichten, dann entstehen Einblicke, die kein Arbeitsblatt ersetzen kann. Gerade in Zeiten von Unterrichtsausfall und Fachkräftemangel brauchen wir mehr Praxisnähe statt Leerlauf.“
Abschließend erklärt Herzog: „Während jedes Jahr tausende Unterrichtsstunden ausfallen, werden vielerorts noch immer Mandalas gemalt oder reine Beschäftigungsaufgaben verteilt. Das ist nicht der Anspruch, den wir an moderne Bildung haben. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass möglichst viele Schulen im Landkreis Partnerschulen von Life Teach Us werden.“

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