Kreisschülerrat veranstaltet Sommerempfang mit vollem Programm
- Vorstand des Kreisschülerrates
- 2. Juni
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Der Kreisschülerrat (KSR) Hersfeld-Rotenburg lud zum diesjährigen Sommerempfang in das Bürgerhaus Hohe Luft ein. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nahmen an der Veranstaltung teil. Zu den Gästen zählten unter anderem der Bürgermeister der Stadt Rotenburg an der Fulda, Marcus Weber, sowie der Bürgermeister der Gemeinde Hohenroda, Andre Stenda.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Themen finanzielle Bildung, mentale Gesundheit sowie die finanzielle Ausstattung des Kreisschülerrates.
Grußworte hielten Landrat Thorsten Warnecke, Landesschulsprecher Laurenz Spieß und die Bürgermeisterin der Kreisstadt Bad Hersfeld, Anke Hofmann.
Landrat Warnecke betonte die Bedeutung des Engagements des Kreisschülerrates und dankte dem Gremium für dessen Einsatz.
Landesschulsprecher Spieß hob hervor, dass die Themen mentale Gesundheit und finanzielle Bildung für Schüler in Hessen von großer Bedeutung seien, im Unterricht jedoch häufig zu kurz kämen. Umso wichtiger sei daher das Engagement des Kreisschülerrates. Zudem ermutigte er die anwesenden Kommunalpolitiker, den Kreisschülerrat stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubinden.
Bürgermeisterin Hofmann dankte dem Kreisschülerrat für die Organisation zahlreicher Dialog- und Debattenformate, die jungen Menschen den direkten Austausch mit Kommunalpolitikern ermöglichten. Damit lebe der Kreisschülerrat Demokratie aktiv vor.
„Vor sieben Monaten wurden wir als Vorstandsteam gewählt. Seitdem haben wir der Schülerschaft im gesamten Landkreis eine starke Stimme verliehen. Diesen Weg setzen wir mit voller Kraft fort“, betonte Kreisschulsprecher Elias Philipp Herzog in seiner Eröffnungsrede.
Anschließend stellte Jan Goldmann die Strukturen und Arbeitsweise des Gremiums vor. Dabei ging er insbesondere auf die regelmäßigen Vollversammlungen ein, bei denen Delegierte aus dem gesamten Landkreis zusammenkommen, um aktuelle bildungspolitische Themen zu beraten. Darüber hinaus berichtete er über neue Beteiligungsformate wie kreisweite Umfragen und zahlreiche Gesprächsformate mit politischen Entscheidungsträgern.
Caroline Kolbe präsentierte das Positionspapier des Kreisschülerrates zur mentalen Gesundheit. Dieses umfasst unter anderem den Ausbau der Schulpsychologie, die Ausweitung des hessischen Pilotprojekts der Schulgesundheitsfachkräfte, die Verbesserung niedrigschwelliger Beratungsangebote sowie die Umsetzung entsprechender Vorhaben aus dem hessischen Koalitionsvertrag.
„Zu wenige Schulpsychologen für zu viele Schulen, Schulsozialarbeiter an der Grenze ihrer Kapazitäten und ein Pilotprogramm mit lediglich 50 Stellen hessenweit zeigen deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist“, erklärte Kolbe.
„Die mentale Gesundheit von Schülern ist die Grundlage für erfolgreiches Lernen. Wir wollen Stigmata abbauen und dafür sorgen, dass junge Menschen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Gleichzeitig müssen bestehende Angebote kritisch hinterfragt und leichter zugänglich gemacht werden. Dazu stehen wir in engem Austausch mit dem Landkreis. Besonders erfreulich ist, dass Hersfeld-Rotenburg als Modellregion für dieses Thema ausgewählt wurde. Wir werden diesen Prozess weiterhin konstruktiv und kritisch begleiten“, ergänzte Herzog.
Im Themenblock zur finanziellen Bildung stellte Herzog die Forderungen des Kreisschülerrates vor. Die derzeitige Situation sei häufig zu praxisfern und bereite viele junge Menschen nicht ausreichend auf das spätere Leben vor.
„Unser Ziel ist es, dass jeder Schüler und jede Schülerin beim Verlassen der Schule über grundlegende Finanzkompetenzen verfügt. Es geht darum, junge Menschen zu befähigen, eigenständig die richtigen finanziellen Entscheidungen zu treffen. Finanzielle Ziele dürfen nicht an mangelnder Bildung scheitern. Aktuell tun sie das jedoch häufig. Laut Hessenmonitor geben 73 Prozent der 18- bis 35-Jährigen an, nie Finanzbildung erhalten zu haben. Das wollen wir in Hersfeld-Rotenburg ändern“, erklärte Herzog.
Aus diesem Grund plant der Kreisschülerrat künftig eigene Workshops zur Finanzbildung. Themen sollen unter anderem der Vermögensaufbau, das Investieren mit kleinen Beträgen sowie verschiedene Anlagestrategien sein.
„Viele Schülerinnen und Schüler beschäftigen Fragen wie: Wie eröffne ich ein Depot? Welche Anlagestrategie passt zu mir? Und wie kann ich langfristig Vermögen aufbauen? Die Rückmeldungen aus unseren Umfragen zeigen ein großes Interesse an diesen Themen. Dieses Interesse wollen wir fördern und nicht ausbremsen“, so Herzog.
Abschließend erläuterte Vorstandsmitglied Lara Grünstern die Bedeutung einer verlässlichen finanziellen Ausstattung des Kreisschülerrates. Ein festes und ausreichendes Budget würde die Planungssicherheit für Veranstaltungen und Projekte erheblich verbessern und zugleich gewährleisten, dass alle Mitglieder unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten an der Arbeit des Gremiums teilnehmen können.
„Engagement darf nicht an Fahrt- oder Sachkosten scheitern. Deshalb braucht es im kommenden Haushalt eine verlässliche und transparente Finanzierung des Kreisschülerrates“, betonte Grünstern.



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