Kreisschülerrat veröffentlicht Positionspapier zur mentalen Gesundheit an Schulen
- Vorstand des Kreisschülerrates
- vor 5 Tagen
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Aktualisiert: vor 3 Tagen
Der Kreisschülerrat (KSR) Hersfeld-Rotenburg hat sein Positionspapier zur mentalen Gesundheit an Schulen veröffentlicht. Unterstützt wird das Papier vom Kreisschülerrat Werra-Meißner, der Brücke e.V. sowie dem Kreisverband Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner des Deutschen Lehrerverbandes Hessen.
Mit ihrer Unterstützung unterstreichen die beteiligten Organisationen den dringenden Handlungsbedarf. Die Lage sei besorgniserregend: Rund 50 Prozent aller Menschen in Deutschland entwickeln im Laufe ihres Lebens eine psychische Erkrankung, etwa 80 Prozent dieser Erkrankungen beginnen bereits im Kindes- oder Jugendalter. Zudem ist die Zahl psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen im Vergleich zum Vor-Pandemie-Jahr 2019 deutlich angestiegen. Dies geht aus dem Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit vom Dezember 2025 hervor.
Vor diesem Hintergrund legt der Kreisschülerrat konkrete Forderungen und Maßnahmen vor.
„Die Zahlen machen deutlich: Die Situation ist ernst. Nichts oder zu wenig zu tun, um die Lage an unseren Schulen zu verbessern, darf deshalb für niemanden eine Option sein. Die Folgen für den Bildungserfolg und damit langfristig auch für unsere Wirtschaft werden uns als Gesellschaft erheblich treffen. Vor allem aber ist es eine Frage der Fairness und der Humanität, Schülern die Hilfe zu geben, die sie ernsthaft benötigen“, erklärt Kreisschulsprecher Elias Philipp Herzog.
Der KSR fordert unter anderem mehr Schulpsychologen, eine flächendeckende Schulsozialarbeit sowie eine Ausweitung des Pilotprogramms der Schulgesundheitsfachkräfte. Darüber hinaus sollen Hemmschwellen gegenüber der Schulsozialarbeit als erste Anlaufstelle für betroffene Schüler abgebaut werden.
„Der Landkreis muss diesem Thema eine klare Priorität einräumen und die Kreisschülervertretung künftig frühzeitig und verbindlich in die Planungen einbinden, damit die Angebote bestmöglich auf die Bedürfnisse der Schüler abgestimmt werden können. Wir erwarten eine konstruktive und verlässliche Zusammenarbeit mit dem Landkreis und Herrn Warnecke“, betont Jan Goldmann.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Prävention. Der KSR setzt sich dafür ein, Resilienz sowie den Umgang mit Stress verbindlich im Unterricht zu stärken, damit alle Schüler entsprechende Kompetenzen erwerben. Dafür müsse das Land die mentale Gesundheit endlich zu einer bildungspolitischen Priorität machen und den Sparkurs im Bildungsbereich beenden. Die Aufnahme des Themas in das Hessische Schulgesetz müsse mit konkreten Maßnahmen hinterlegt werden und dürfe nicht länger lediglich auf dem Papier bestehen. Zudem fordert der KSR die Landesregierung auf, die Zusagen aus ihrem Koalitionsvertrag konsequent umzusetzen.
„Wir erwarten von der Landesregierung weniger Show und mehr Leistung. Das neue Modellprojekt allein wird den aktuellen Herausforderungen nicht gerecht. Deshalb legen wir gemeinsam mit unseren Partnern konkrete Maßnahmen vor, die die Situation nachhaltig verbessern können“, erklärt Herzog abschließend.



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